Urteil 9C_804/2010 vom 20. Dezember 2010 und Urteil 9C-675/2016 vom 18. April 2017

Die beiden Urteile illustrieren die nicht immer ganz einfache Frage, wann der Invaliditätsgrad durch einen Einkommensvergleich und wann durch einen Prozentvergleich zu bestimmen ist. Quintessenz: Der Vergleich von Tabellenlöhnen (bezogen auf Validen- und auf Invalideneinkommen) stellt keinen Prozentvergleich dar. Und: Der Prozentvergleich hat eine nur subsidiäre Bedeutung.

Hier die vollständigen Urteile 9c_0804_2010_2010_12_20_t,  9c_0675_2016_2017_04_18_t

8C_910/2015 Urteil vom 19. Mai 2016

Zusammenfassung: Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt (E. 4.2.1).  Zwar ist das fortgeschrittene Alter ein invaliditätsfremder Faktor, doch wird es bei der Frage berücksichtigt, ob die Resterwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nachgefragt wird (E.4.2.2). Das Bundesgericht hat für die Unverwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden errichtet (E. 4.3.4).

Hier das vollständige Urteil 8C_910/2015.